Wie man mit Musik Zeit spart und motivierter wird

Lesedauer: 3 Minuten

Der Mensch ist bekanntlich konditionierbar, wir können uns bestimmte Dinge antrainieren. So kränkend dieses Wissen sein kann, so viele Möglichkeiten bietet es und dazu kann man Musik wunderbar nutzen. Vermutlich tun Sie das auch bereits. Konditionierung bedeutet im Grunde ja nur, einen Reiz mit einem anderen zu verknüpfen. Im Fall von Musik würde das bedeuten, dass ein bestimmtes Lied mit einer bestimmten Tätigkeit verbunden wird. Mit anderen Worten: es gibt eine Playlist für Sport, eine für Entspannung, eine für Feiern mit Freunden, eine die uns in ein bestimmtes Jahrzehnt zurückversetzt, usw. Meine Empfehlung: setzten Sie diesen Effekt klug ein!

musikalischer Tagesplan

Je nach dem, was für einen Effekt diese Playlist haben soll, sollten Sie die Lieder wählen. So können Sie eine Tageseinteilung mithilfe von Musik erschaffen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie z.B. zu einer bestimmten Zeit sehr konzentriert sein müssen, dann schnell energiegeladen eine Runde Sport machen möchten um dann wieder sehr konzentriert zu arbeiten. Wenn Sie für jeden einzelnen Abschnitt immer eine bestimmte Playlist wählen, wird Ihr Kopf diese irgendwann mit dem körperlichen Zustand (konzentriert – energiegeladen – entspannt) verbinden und Sie schon beim ersten Ton in diesen Zustand versetzen. Verschiedene Lernplaylists z.B. auf der Plattform Spotify nutzen diesen Effekt bereits.

Oh but that feeling

Neben der Tagesstruktur können Sie Musik auch wunderbar zur Emotionsregulation nutzen. Die Forschung hat gezeigt, es gibt hierbei im groben zwei Typen: Menschen, die zu Ihren Emotionen passende Musik hören, also z.B. einen traurigen Song um mit bedrückter Stimmung umgehen zu können und Menschen, die zur ihrer Stimmung konträre Stücke wählen, also einen fröhlichen Song um mit bedrückter Stimmung umgehen zu können. Beides hat seine Berechtigung, wichtig ist für Sie lediglich zu wissen, welcher Typ Sie sind und dann ganz gezielt diesen Effekt nutzen zu können. Natürlich kann man auch einfach schöne Gefühl verstärken mit Musik oder auch mal ganz andere Emotionen erzeugen, wenn ein Gefühl zu viel wird (z.B. etwas aggressivere Musik zu hören, wenn man nicht traurig sein möchte). Und natürlich kann man auch eigene Emotionen ausdrücken, indem man selbst Musik macht. Denn wenn es um Gefühle geht, ist nicht nur das Erleben und Regulieren, sondern manchmal eben auch das Ausdrücken wichtig.

Ein Lied für dich, weil du fehlst

Musik kann nicht nur helfen, unangenehme oder unaushaltbare Gefühle zu bewältigen, sondern auch einen Raum schaffen, um diese mal zuzulassen. Vor allem zur Trauerbewältigung kann Musik wunderbar ganz bewusst eingesetzt werden. Im Rahmen meiner Tätigkeit in der Klinik hatte ich das Glück, mit unserem Musiktherapeuten gemeinsam eine Trauergruppe zu gestalten. Es ist wirklich erstaunlich, welche Kraft und wie viel Trost aber auch wie viel Nähe zu Verstorbenen in einem einzigen Musikstück liegen kann. Ich möchte daher jedem, der/ die jemanden vermisst empfehlen: suchen Sie sich jemanden, der/die mit Ihnen trauert und finden Sie je ein Lied, das Sie an den/ die Verstorbene erinnert. Erzählen Sie sich gegenseitig die Geschichte, die hinter dem Lied steckt und nehmen Sie sich die Zeit, die Lieder anzuhören und die Erinnerungen und Trauer zuzulassen.

Prokrastination musikalisch vermeiden

Zudem kann man Zeit sparen mit Musik, indem ich Tätigkeiten, bei denen ich zum Abschweifen neige, in Musikstücke unterteile. Ein sehr schönes Beispiel, wie Musik als Timer genutzt werden kann, bietet uns Barilla. Das Unternehmen hat auf Spotify verschiedene Playlists erstellt, die genau so lange spielen, wie eine bestimmte Nudelsorte kochen sollte. So kann man gute Musik genießen und gleichzeitig perfekte Pasta kochen. Natürlich kann auch alles andere getimed werden indem man die Länge eines bestimmten Musikstückes als Zeiteinheit und gleichzeitig Wecker nutzt. Bonuspunkt: Putzen macht zum Lieblingssong auch noch Spaß!

Mal wirklich Zuhören

Neben den Möglichkeiten, die Musik bietet um den eigenen Alltag etwas zu strukturieren, kann es sich auch lohnen, einfach mal nur zuzuhören. Achtsam Musikzuhören macht uns in gewisser Weise auch effektiver. Denn jede Art, Achtsamkeit zu praktizieren trägt dazu bei, dass es uns psychisch besser geht, wir ausgeruht sind und weniger Stress haben. Insofern – auch wenn es paradox klingt – ist jede Pause, die wir machen, etwas, das unsere Leistung steigert. Wir verlieren letztendlich keine Zeit, wenn wir auftanken. Denn mit leerem Tank fährt es sich nicht sehr gut. Also lade ich Sie ein: suchen Sie sich ein Musikstück raus, schalten Sie alle anderen Ablenkungen aus und konzentrieren Sie sich nur auf´s Zuhören. Egal ob Sie den Takt wählen, die Melodie, ein bestimmtes Instrument oder den Text…nehmen Sie sich ein paar Minuten und hören Sie einfach nur zu.

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