Umgang mit Konflikten

Lesedauer: 2 Minuten

Im Zusammenleben mit anderen Menschen (aber auch mit uns selbst) gibt es immer wieder Reibungspunkte, an denen wir uns plötzlich in einem Konflikt wiederfinden und uns gezwungen sehen, diesen zu lösen. Ich möchte in diesem Beitrag versuchen, Ihnen die Angst vor Konflikten zu nehmen.

Konflikte sind kein Weltuntergang

Einen Konflikt mit jemandem zu haben bedeutet nicht gleich, sich mit der Person zu streiten. Zunächst bedeutet das nur, dass sich zwei nicht deckungsgleiche Interessen begegnen. Manchmal sind die Bedürfnisse völlig gegensätzlich, manchmal scheint es nur so. Oft sind mit Konflikten heftige Emotionen verbunden: Ärger z.B. hat die Funktion, unsere Ressourcen zu schützen bzw. Grenzen zu verteidigen und ist daher häufig Teil von Konflikten. Deshalb erscheinen uns diese oft bedrohlich und werden vermieden um (scheinbar) Beziehungen zu schützen. In Wahrheit sind Konflikte jedoch ein unvermeidbarer Teil gelingender Beziehungen und führen nicht automatisch zum Beziehungsabbruch.

Keine Beziehung ohne Konflikt

Wenn wir gelingende Beziehungen mit anderen Menschen führen, lassen wir uns emotional auf diese ein, wir gehen eine Bindung ein. Gleichzeitig bleiben wir aber ein eigenständiger Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die gehört werden müssen und ihren Raum brauchen. Nicht immer haben beide Parteien zufällig die gleichen Bedürfnisse zur gleichen Zeit, es entsteht ein Konflikt. In der Paartherapie lässt sich sehr häufig beobachten: der Konflikt an sich ist gar nicht das Problem (man kann sich auch über eine ungespülte Kaffeetasse so streiten, dass die Scheidung eingereicht wird). Zum Problem werden Konflikte erst, wenn sie nicht offen angesprochen und gelöst, sondern verdeckt ausagiert werden. Der Ärger, der damit verbunden ist, der ist da und kommt auch bei meinem Gegenüber an. Unabhängig davon, ob ich den gerade spüre oder nicht. Je eher sich beide Parteien also über die eigenen Bedürfnisse und Gefühle im Klaren sind und darüber offen sprechen, desto weniger werden Konflikte zum Problem.

Wenn Konflikte eskalieren

Im Klartext heißt das, wenn ein Konflikt zum Streit wird und eskaliert: zunächst kümmert sich jeder um sich selbst. Niemand hat etwas davon, wenn einfach in der gleichen Intensität weiter gestritten wird. Wenn alle kurz Zeit hatten, sich zu sammeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu verstehen und sich sicher sind wie diese geäußert werden können, dann besteht die Chance einer konstruktiven Lösung des Konflikts. Wem das noch schwer fällt, der kann bestimmte Techniken erlernen, die darin unterstützen, die eigenen Bedürfnisse so zu äußern, dass das Gegenüber sich nicht angegriffen fühlt und gleich in Verteidigungsstellung gehen muss. Hier bietet sich z.B. die „gewaltfreie Kommunikation“ an.

Konflikte gehören zum Leben dazu, können gar nicht vermieden werden. Wir haben keinen Einfluss darauf, ob Uneinigkeiten entstehen, wenn wir authentisch wir selbst bleiben wollen. Worauf wir aber großen Einfluss haben, ist wie sich die Konflikte entwickeln und ob es zur Eskalation kommt oder ob wir zu einer Einigung kommen. Übrigens: zu akzeptieren, dass man nicht einer Meinung ist, ist auch schon eine Eineigung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.