Morgenroutine: 10 Minuten Selbstfürsorge

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Klickt man sich durch Youtube oder folgt einem:r Influencer:in, findet sich auf vielen Kanälen ein Video zur Morgenroutine. Da ich mich derzeit mit alltäglichen Dingen und ihrer Nutzung zur eigenen psychischen Gesundheit beschäftige, habe ich mir die Frage gestellt, warum so viele Menschen etwas über die Morgenroutine von Personen in der Öffentlichkeit erfahren wollen. Einerseits rührt das sicher aus dem Bedürfnis, der “bekannten” Person etwas näher zu sein, sie sozusagen “privat” zu erleben. Andererseits lässt sich dahinter auch ein Bedürfnis nach einem Vorbild für die eigene Selbstfürsorge erkennen. Da ich vor allem dieses Bedürfnis unterstütze, möchte ich diesen Blog-Artikel der Gestaltung Ihrer eigenen Morgenroutine widmen.

Bestandsaufnahme

Der erste Schritt zu Ihrer Morgenroutine ist zunächst die Bestandsaufnahme: wie gestaltet sich mein Morgen? Gibt es bereits etwas, das ich – bewusst oder unbewusst – für mich tue? Wie viel Zeit nehme ich mir dafür? Wie viel Zeit kann ich mir gestatten? Wie viel Pflicht steckt in meiner Morgenroutine, wie viel Genuss? Gibt es Sachzwänge, die meine Routine bestimmen? Gestalte ich meine Routine nur für mich oder sind andere darin eingebunden? Und ist das so, weil es sich ergeben hat oder habe ich mich dafür entschieden?

Bedürfnisse wahrnehmen

Nachdem Sie sich einen Überblick verschafft haben, wie die aktuelle Routine aussieht, ist der nächste Schritt, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Hierfür braucht es eine etwa andere Form der Bestandsaufnahme und eventuell etwas Experimentierfreude.

Zudem verändern Bedürfnisse sich ständig, auch die Lebensphase spielt eine große Rolle dabei. Sie machen sich also zunächst auf eine Reise zu sich selbst: Welche Art von Wecker tut mir gut? Werde ich lieber ohne Wecker wach? Brauche ich viel Zeit zum Aufwachen? Zum Aufstehen? Wie viel Zeit verbringe ich im Bad und womit verbringe ich sie? Möchte ich Frühstücken oder nicht, welches Getränke, welche Speisen bevorzuge ich und wieviel Gesellschaft und in welcher Form tut mir dabei gut?

Kreative Bedürfniserfüllung

Jeden dieser Schritte – vom Aufstehen über die Morgentoilette, das Anziehen, bis zum Frühstücken, Arbeitsweg und -beginn – kann Teil der Routine sein und ein Bedürfnis erfüllen oder nicht. Corona macht uns deutlich, wie sehr wir von selbstverständlichen Dingen abhängig sein können. Ich möchte zeigen, dass auch die Dinge, die noch immer selbstverständlich sind (Zähneputzen, Duschen, Kaffee oder Tee am Morgen) eine Stütze sein können. Denn wir können in ihnen entdecken, was erst der Wegfall anderer Dinge (Sport, Kultur, Freunde) uns gelehrt hat: wir erfüllen Bedürfnisse, tun uns etwas Gutes.

Wir müssen gerade jetzt allerdings sehr viel kreativer werden und mehr auf uns achten um Wege zu finden, wie wir Bedürfnisse nach Ruhe oder Gesellschaft, nach Selbstfürsorge oder gemeinsamer Entlastung auch in solchen Kleinigkeiten wie der eigenen Morgenroutine zu entdecken.

Und auch wenn man sich zur Zeit nicht viel Gutes tun kann, manchmal kann ein schönes neues Parfüm, eine wohltuende Gesichtscreme oder einfach eine lustige Zahnbürste die Seele ein bisschen auftamen lassen.