schizophren – was heißt das eigentlich?

Lesedauer: 2 Minuten

Wenn man Psychologie studiert, wird man relativ oft mit Vorurteilen konfrontiert…da gibt es die üblichen Vorwürfen wie „du versuchst sicher, meine Gedanken zu lesen“ oder „versuch nicht, mich zu therapieren“ aber auch Vorurteile gegenüber Menschen mit einer psychischen Störung. Eine der verbreitesten falschen Annahmen über psychische Krankheiten ist die über Schizophrenie.

Schizophren – Wie viele bin ich?

Schizophrenie bedeutet nicht, wie allgemein angenommen, dass eine Person mehrere Persönlichkeiten hat. Oft wird angenommen, schizophrene Personen hätten verschiedene Persönlichkeiten entwickelt und würden zwischen diesen wechseln. Dies würde auch bedeuten, dass es sich dabei um eine Störung der Persönlichkeit handelt und dementsprechend nicht geheilt werden kann. Zum einen handelt es sich bei einer Schizophrenie nicht um eine Persönlichkeitsstörung, dieses Krankheitsbild kann also (abhängig von der jeweiligen Ausprägung) durchaus geheilt werden. Zum anderen handelt es sich dabei auch nicht um eine Persönlichkeitsspaltung, sondern um eine Form einer psychotischen Störung. Eine Schizophrenie ist also eine Form des Wahns. Das bedeutet, dass die betroffenen Personen oft eine falsche Wahrnehmung der Realität haben bzw. diese entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen interpretieren.

Sind Schizophrene gefährlich?

Das ist eine Frage, die nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten ist. Natürlich sind sie nicht per Se aggressiver oder gefährlich. Allerdings können sie durchaus aggressiv reagieren so wie jeder Mensch, der Angst hat oder sich verfolgt fühlt. Wäre ich überzeugt davon, dass man mich vergiften möchte, würde ich mich auch wehren!

Was für Wahnvorstellungen haben schizophrene Personen?

Die Art der Wahnvorstellungen kann variieren zumal es auch verschiedene Formen von Schizophrenie gibt. Diese kann man in verschiedenen Diagnosemanualen nachlesen (ICD-10 oder DSM5). Eine der häufigsten Formen der Wahnvorstellungen bei Schizophrenie ist jedoch das Stimmen hören. Oft hören die Betroffenen Stimmen von Verwandten oder Bekannten. Diese können entweder das Leben der Person kommentieren, ihnen Befehle erteilen oder ihnen etwas einreden. Man kann sich denke ich vorstellen, wie anstrengend das sein kann. Auch die Vorstellung, dass die Gedanken, die man hat nicht von einem selbst kommen, sondern einem von einer höheren Macht eingegeben werden, können bei diesem Krankheitsbild auftreten.Grundsätzlich ist aber jeder Wahn anders und hat oft auch mit der Lebensgeschichte der Person selbst zu tun. Eigentlich ein recht eingängiges Konzept, immerhin haben wir alle eine „Brille“ auf, durch die wir das Leben wahrnehmen und einordnen. Diese ist uns mehr oder weniger bewusst und wird bereits in der Kindheit geprägt ohne, dass wir etwas dagegen tun könnten.

 Was tun?

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Diese sind abhängig von der Art und Ausprägung der Erkrankung, in jedem Fall ist aber eine Therapie nötig. Diese kann z.B. aus einer Kombination von Medikamenten und Psychotherapie bestehen.